Jede Stadt hat ihre Wahrzeichen. Ob es das Rathaus, die Kirche oder die mittelalterliche Gasse ist – zum echten Sightseeing-Programm gehören sie dazu. Nicht verpassen sollten Sie und Ihre Kinder folgende Gebäude und Plätze!
Bonn – vom Römerlager zur Hauptstadt
Tollkühn wurden vor langer, langer Zeit in der Eifel Bären gejagt und erlegt und aus den Fellen schöne Kleidungsstücke gemacht. Damals existierte Bonn noch gar nicht, sondern nur ein Römerlager mit dem Namen „castra bonnensia“. Den Mann, der hinter all dem steckte, kennen die Kids: Julius Cäsar, der große Kriegsherr, der vor über 2.000 Jahren sein Römerreich bis an den Rhein ausdehnte. Die Germanen versuchten erfolglos, die Römer wieder zu vertreiben. Das gelang erst 600 Jahre später den Franken. Sie tauften die alte Römerfestung in „Bonnburg“ um, fühlten sich dort aber so unsicher, dass sie weiter südlich eine befestigte Siedlung, die Stiftsstadt Bonn, gründeten. Schließlich befahl der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden vor rund 750 Jahren, die beiden einzelnen Dörfer mit einer großen Mauer zu umgeben und so zusammenzufügen. Der neue Ort erlebte einen großen Aufschwung und wurde zum blühenden Handelsplatz. Leider überschatteten immer wieder Kriege die Existenz der Stadt. Das größte Unglück erlebte Bonn vor rund 300 Jahren: Bei dem Versuch, französische Truppen, die sich in der Stadt verschanzt hatten, zu vertreiben, wurden zahllose Gebäude in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bonn die „provisorische Hauptstadt“ der Bundesrepublik, bis 1990 Berlin erneut Hauptstadt wurde.Rathaus und Marktplatz
Ein prachtvolles Gebäude, an dem eine elegante Treppe mit vergoldetem Geländer hochführt: Staatsoberhäupter und Politiker aus der ganzen Welt haben diese Stufen schon beschritten. 1963 stand hier der amerikanische Präsident John F. Kennedy, 1965 die britische Königin Elisabeth und 1989 der damalige sowjetische Staats- und Parteichef Gorbatschow. Den Kindern gefällt das Alte Rathaus so gut, weil es aussieht wie ein kleines Märchenschloss. Das reich verzierte Haus, von Kurfürst Clemens August gebaut, ist Blickfang und Mittelpunkt auf dem dreieckigen Markt im Herzen Bonns. In einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants, die bei sommerlichen Temperaturen ihre Stühle nach draußen stellen, genießen Bonner wie Touristen den schönen Marktplatz. Seit 1971 findet hier regelmäßig jedes Jahr das Open-Air-Spektakel „Bonner Sommer“ statt.Adresse:
Markt
53111 Bonn (Innenstadt)
Beethovenhaus
Bei Popmusik drehen viele Kids so richtig auf. Aber wie erging es einem Mann, der Musik jeder Art hören wollte, jedoch sein Hörvermögen immer mehr verlor? Wie hat dieser Mann es geschafft, wunderschöne Melodien zu komponieren, obwohl er fast taub war? Diesem Rätsel können Eltern und Kinder bei einem Besuch des Beethovenhauses in Bonn auf die Spur kommen. Der berühmte Komponist Ludwig van Beethoven ist 1770 im Hinterhaus der Bonngasse 20 geboren – also vor fast 250 Jahren. Das Gebäude wird gern als Bonner Wahrzeichen bezeichnet. Bei einem Besuch des schönen Hauses mit seinem idyllischen Innenhof kann man sich einen Einblick verschaffen, wie er gelebt hat, der wohl berühmteste Bonner. Außer Musikinstrumenten, Noten und Handschriften des Meisters sind Büsten und Bilder von ihm und sogar seine Hörrohre zu sehen.Adresse:
Bonngasse 20
53111 Bonn (Innenstadt)
Öffnungszeiten & Eintritt:
April-Okt Mo-Sa 10-18, So 11-18 Uhr, Nov-März Mo-Sa 10-17, So 11-17 Uhr.
Erwachsene zahlen € 4 Eintritt, Kinder ab 4 Jahren € 3.
Ab drei Personen lohnt da schon die Familienkarte für € 10.
Kontaktinformationen:
www.beethoven-haus-bonn.de
Tel. 0228-98 17 50
Größere Kids, die Spaß am PC haben, sollten mal das Nachbarhaus ansteuern. In der Bonngasse 18, im Haus „Im Mohren“ wurde im Dezember 2004 das „Digitale Beethovenhaus“ eröffnet. Übrigens, Beethoven begegnet man überall in Bonn. Am Münsterplatz vor dem Palais Fürstenberg (heute Hauptpostamt) in Form des Beethovendenkmals oder vor der Beethovenhalle (nahe Berliner Freiheit am Rheinufer) als Beton-skulptur „Beethon“.

